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Die meisten unter Euch haben sicher schon einmal in einem amerikanischen Western eine Art Formationstanz gesehen, in der vier Paare (die Damen in weiten Petty Coats, die Herren in bunten Hemden und bolo ties) das tanzen (oder zu tanzen versuchen), was ein(e) Ansager(in) auf der Bühne ihnen in manchmal etwas merkwürdig klingenden Kommandos ("Right and Left Grand", "Do sa Do", etc) vorgibt. Was auf den ersten Blick etwas chaotisch aussieht, nennt sich Modern American Square Dancing, und ist - wie so vieles - nach dem 2. Weltkrieg mit den amerikanischen Soldaten nach Europa (und viele andere Teile der Welt) gekommen. Square Dancing ist die amerikanische Variante des europäischen Volkstanzes mit dem kleinen Unterschied, daß es einen Ansager (Caller genannt) gibt, der den Tänzern sagt, was sie tanzen sollen. Warum ist das so? Schon im 18. Jahrhundert versuchten Menschen aus allen Teilen Europas, den wirtschaftlichen Nöten und religiösen Zwängen der damaligen Zeit zu entfliehen und wanderten in großer Zahl nach Amerika aus. Dort angekommen sahen sich die Einwanderer mit der schwierigen Aufgabe konfrontiert, die unterschiedlichen Bräuche und Traditionen - und darunter eben auch die eigenen Tänze - in eine neue, gemeinsame Tradition einzubringen. Um in der Neuen Welt miteinander - und nicht nur nebeneinander - tanzen zu können, suchte man sich sachkundige Leute aus (Caller genannt), die aus der Vielfalt der mitgebrachten Tänze einzelne Figuren heraus suchten und den anderen beibrachten. Aus der Vielzahl der Formationen wählte man den 4 - Paar Tanz aus, bei dem die 4 Paare jeweils auf den Seiten eines Quadrates (engl.: square) stehen. So entstand die Bezeichnung Square Dance... Heute wird der moderne amerikanische Square Dance weltweit in Vereinen getanzt, die sich in Dachorganisationen (in Europa zum Beispiel in der European Association of American Square Dancing Clubs) zusammengeschlossen haben. Manche dieser Vereine veranstalten öffentliche Tänze (sogenannte Special Dances), zu denen die Vereine der Region und interessierte Zuschauer immer herzlich eingeladen sind. Ausserdem finden zwei bis vier mal im Jahr internationale Schautänze in Europa statt (die Jamborees und Roundups), zu denen dann auch international bekannte Caller geladen sind und Tänzer aus aller Welt miteinander tanzen. Dann ist es ein imposantes Bild, wenn an die tausend Tänzer zu guter Musik (ursprünglich Country and Western Music, inzwischen aber querbeet!) in bunten petty coats und ebenso bunten Hemden durch die Halle wirbeln! Die Anzahl der Figuren ist inzwischen so groß geworden, daß man verschiedene Schwierigkeitsstufen (die Tänzer sagen levels dazu) definiert hat (nämlich Mainstream, Plus, Advanced und Challenge 1-3), deren jeweiliges Programm (also die Figuren, die man beherrschen muss, um das level tanzen zu können) von den Callern in Kursen vermittelt wird. Zum Abschluss dieser Kurse wird den Teilnehmern in einer kleinen Feier, der Graduation, eine Urkunde verliehen. Damit das Programm der einzelnen levels einheitlich bleibt, sind die Caller Mitglied eines Verbandes, der European Callers and Teachers Association, dessen Aufgabe darin besteht, neue Caller auszubilden und die jeweiligen Figuren zu definieren. Meine Vereine sind:
Ein Verzeichnis der Clubs in der Region Stuttgart findet ihr hier! |
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