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Norwegen
Im August 2003 unternahmen wir eine einwöchige Kreuzfahrt auf der MS Astor, die uns von der Columbuskaje in Bremerhaven an Dänemark vorbei durch die Fjorde Südnorwegens und über die alte Hansestadt Bergen wieder zurück nach Bremerhaven führte.
Am 14. August - ganz Europa stöhnte noch unter der Hitzewelle - schifften wir uns auf der MS Astor ein und fuhren langsam die Weser stromab hinaus auf die Nordsee.
Die See wurde rauher, sodass der Lotse nicht wie eigentlich üblich mit einem Boot von Bord ging, sondern per Helikopter, was für uns Passagiere natürlich ein aufregender Auftakt war.
Die Nacht und der folgende Tag auf See wurden dann auch bei Windstärke 8 und entsprechendem Seegang ziemlich ungemütlich, was den Kapitän veranlasste, die Route zu ändern und sobald wie möglich die offene See zu verlassen und zwischen den vorgelagerten Inseln Norwegens und dem Festland unserem ersten Ziel Flåms entgegenzufahren.
Flåms ist ein kleines Dorf, wunderschön gelegen am Ende des Aurlandsfjords.
Der Ort ist berühmt als Endbahnhof der Flåmsbahn, die auf abenteuerlicher Strecke hinauf in die Berge nach Myrdal führt, wo sie auf die Bahnstrecke Bergen - Oslo stößt.
Wir fuhren mit dieser Bahn das Tal des Aurlandsfjords hinauf bis zur Haltestelle Vatnahalsen, vorbei an einsamen Höfen, steilen Felswänden und mit immer wieder überraschenden Ausblicken...
Am Kjosfossen - Wasserfall hielt die Bahn, sodaß wir aussteigen und die Gewalt des Wassers hautnah (im wahrsten Sinne des Wortes) erleben konnten.
Aus Wasserfällen wie diesem gewinnt Norwegen übrigens einen Großteil seines Stromes, sodaß die Ölförderung fast ausschließlich in den Export geht.
Nicht ohne Grund ist Norwegen das reichste Land Europas!
Am Ziel der Bahnfahrt bot sich uns eine großartige Aussicht: Wir befanden uns auf einer unglaublich grünen Wiese mit Blick auf zum Teil noch mit Schnee bedeckten Bergen.
Auch hier war es für norwegische Verhältnisse unverhältnismäßig warm mit ca 20 Grad, aber nach den heißen Wochen in Deutschland war das Wetter eine Wohltat!
Auf der Rückfahrt bot sich uns noch ein wunderschöner Blick auf den alten Ort Flåms mit seiner typischen Holzkirche und dem Fjord im Hintergrund.
So ging bei herrlicher Abendsonne unser erster Tag in Norwegen zu Ende und wir gingen wieder an Bord, um mit dem Schiff unser nächstes Ziel, den Geiranger-Fjord, anzusteuern.
![Die sieben Schwestern [Bild: Die sieben Schwestern]](images/suednorwegen/geiranger_1.jpg) Die Fahrt durch den Geirangerfjord führte uns vorbei an steilen Felswänden, in denen verlassene Berghöfe zu sehen waren, die heute von Privatinitiativen instandgehalten werden.
Ausserdem kamen wir an unzähligen Wasserfällen vorbei, zu denen auch die "Sieben Schwestern" zählen. Hier war der Fjord so tief, dass das Schiff bis auf wenige Meter (!) an die Felswand heranfahren konnte.
Hinter jeder Biegung des Fjords tat sich ein neuer atemberaubender Blick auf,
bis wir schließlich das Ende des Fjords erreichten, den Ort Geiranger, einen kleinen Ort ohne Pier, sodass die Kreuzfahrtschiffe - ausser unserem lagen noch drei Schiffe vor Anker - ihre Passagiere mit den Rettungsbooten ausbooten und an Land bringen mussten.
Dies dauerte eine ganze Weile, aber dann ging es mit dem Bus auf abenteuerlichen Strassen (zum Teil über Schotterpisten) hoch hinauf, bis wir in 1500 Metern Höhe einen unglaublichen Blick auf die umgebenden Gletscher hatten.
Auf dem Rückweg schließlich bot sich uns noch einmal ein eindrucksvoller Blick auf den Fjord und die dort vor Anker liegenden Schiffe.
Über Nacht ging es dann wieder nach Süden,
bis wir am nächsten Morgen die alte Hansestadt Bergen erreichten,
deren berühmtes Hanseviertel heute zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört und mit viel Aufwand restauriert wird.
In den engen Gassen dieser Holzhäuser befinden sich heute Lokale, Boutiquen und kleine Museen, die sich mit der Geschichte Bergens als Hansestadt befassen.
Am nächsten Morgen hieß es dann Abschied nehmen von Norwegen.
Früh morgens kreuzte die MS Astor noch einmal im Lysefjord, wo dann mit einem letzten Blick über das Heck des Schiffes Norwegen hinter uns blieb und wir wieder Kurs über die offene See - diesmal aber bei sehr ruhiger See - nach Bremerhaven nahmen.
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